Ein Blick über ein grünes Käsepappelfeld

Käsepappel (Malve)

Inhaltsverzeichnis

Unser beliebtestes Kraut

Die Käsepappel, vielen besser als Malve bekannt, hat eine reiche Geschichte und lange Tradition in Europa und Österreich. Sie zählt zu den ältesten Nutzpflanzen und wird seit der Antike geschätzt.

Im Laufe der 230-jährigen Unternehmensgeschichte hat sie sich zum am meisten nachgefragten Kraut und Aushängeschild des Hauses KOTTAS entwickelt. Grund genug, um das faszinierende Malvengewächs genauer unter die Lupe zu nehmen …

Herkunft und Botanik

Die Familie der Malvengewächse (Malvaceae) umfasst über 4.000 Arten. Bekannte Vertreter sind neben der Wilden Malve und der Wegmalve beispielsweise der Echte Eibisch (Althaea officinalis) und die Gewöhnliche Stockrose (Alcea rosea). Derselben Familie zuzuordnen sind die Gattungen der Linden (Tilia), Kakaobäume (Theobroma) sowie der Baumwollpflanzen (Gossypium). Die Käsepappel entspringt der für die ganze Familie namensgebenden Gattung Malva, die in Europa, Asien und Nordafrika verbreitet ist. Ihr gehören rund 30 Arten ein-, zwei- oder mehrjähriger Halbsträucher oder Kräuter an.

Für den Anbau der Käsepappel (laut Arzneibuch: „Malvenblätter“) wird fast ausschließlich die Wilde Malve (Malva sylvestris) kultiviert. Hierbei handelt es sich um eine meist zweijährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von bis zu 1,5 Metern erreicht. Sie kommt ursprünglich aus Südeuropa und Asien, ist inzwischen jedoch im gesamten mitteleuropäischen Raum heimisch. Die ausdauernde Pflanze bevorzugt lockere, nährstoffreiche Böden und ist oftmals an Hecken, unbebauten Stellen oder Wegrändern anzutreffen. Die Nachfrage nach ihren großen Blättern ist enorm. Daher wird sie in Österreich, Ungarn und weiteren Ländern Europas kultiviert.

Die Wilde Malve verfügt über eine spindelförmige Wurzel mit zahlreichen Fasern, der mehrere ästige, rauhaarige Stängel entspringen. Diese tragen üblicherweise fünflappige, am Rand gekerbte Blätter. In den Blattachseln bilden sich an den behaarten Stielen blassviolette Blüten mit dunkelvioletten Adern. 9 bis 11 Fruchtblätter umhüllen die scheibenförmige Frucht der Malve, die an einen kleinen Käselaib erinnert. Insbesondere in Österreich ist die Pflanze deshalb unter dem Namen „Käsepappel“ bekannt.

Das anspruchslose Malvengewächs mit blassrosa Blüten und nierenförmigen bis runden Blättern wächst an Schuttplätzen, Wegrändern oder Bahndämmen. Seine Blüten sind eine bedeutende Nektarquelle für Bienen, Schmetterlinge oder Schwebfliegen. Gleichzeitig ist die Bestäubung durch verschiedene Insektenarten essenziell für den Erhalt und die Vermehrung der Käsepappel.

Die Blätter und weißen Blüten der kleinen Käsepappel

Für gewöhnlich erstreckt sich die Blütezeit von Juni bis September. Die erste Ernte der Blüten erfolgt zur Frühblüte Ende Juni bis Anfang Juli. Die wertvollen Malvenblätter werden von Juni bis August geerntet. Sie sind anfällig für die Pilzkrankheit Puccinia malvacearum („Malvenrost“). Bei einem Befall bilden sich auf den Blattunterseiten von betroffenen Malvengewächsen weiße Pusteln, die sich dunkelbraun verfärben, aber für den Menschen ungiftig sind.

Wie schmeckt die Käsepappel?

Die Blüten und Blätter der Malve weisen einen angenehm milden, leicht schleimigen Geschmack auf. Ihre Früchte erinnern geschmacklich an Erbsen. Der KOTTAS Kräuterhaus Käsepappeltee schmeckt im Vergleich zu anderen Lebensmitteltees ausgesprochen geschmeidig und wohltuend. Er zeichnet sich durch ein krautiges, leicht spinatartiges Aroma aus.

Geschichte der Käsepappel

Im Mittelmeerraum und in Ost- sowie Zentraleuropa hat die Käsepappel als Nahrungsmittel lange Tradition. Erste Belege für den Verzehr lieferten Zahnfossilien aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. aus der Region Syrien. Gerade in Zeiten großer Hungersnot aßen die Menschen die nahrhaften Früchte und Blätter der Malve. Aus den Samen machten sie Malvenschleim.

Später gehörte das Kraut zu jenen Pflanzen, die Karl der Große (742–814) in seiner Capitulare de villis für den Anbau auf seinen Landgütern vorschrieb.

 

Blühende Käsepappel wächst unter blauem Himmel.

Traditionell wurde die Käsepappel in der K.-u.-k.-Monarchie schwerpunktmäßig in den Ländern der ungarischen Krone kultiviert. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden etwa im Umland von Wien in Baden, Neunkirchen und Wiener Neustadt Wilde Malven mit großen Blättern angebaut. Als Kulturpflanze gewann die Käsepappel dank wachsender Nachfrage in den darauffolgenden Jahrzehnten österreichweit zunehmend an Bedeutung.

Inhaltsstoffe

Die Blätter (Malvae folium) sowie Blüten (Malvae flos) der Wilden Malve und der Wegmalve werden hauptsächlich als Tee verwendet.

In erster Linie zeichnet sich die Käsepappel durch ihren hohen Schleimgehalt aus. Dieser liegt in den Blüten bei bis zu 10 % und in den Blättern bei rund 8 %. Die Schleimstoffe in den Blättern bestehen überwiegend aus sauren und in den Blüten aus neutralen Polysacchariden, Galactose, Galacturonsäure und Glucuronsäure.

Zudem sind Flavonoide sowie in geringeren Mengen Sesquiterpene, Diterpene und flüchtige aromatische Verbindungen enthalten. Hinzu kommen kleine Mengen an Gerbstoffen (Rosmarinsäure), die Vitamine C und E, verschiedene Fettsäuren und Sterole.

In der Blütendroge finden sich neben den Schleimstoffen unter anderem Anthocyane, insbesondere Malvin – der Farbstoff, der für die charakteristische grünblaue Farbe des Käsepappeltees verantwortlich ist. Ebenso enthalten sind Delphindine sowie Spuren von Cumarinen und Gerbstoffen.

Eine Hand greift nach einem Käsepappelblatt

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